18. Berliner Abendgespräch: Versöhnung statt Rache

20. November 2014

Wir laden Sie herzlich zum Berliner Abendgespräch von P+P Pöllath + Partners ein.
Es sprechen Bassam Aramin und Rami Elhanan von The Parents Circle – Families Forum zum Thema:

"Versöhnung statt Rache"
Donnerstag, den 20. November 2014, 19 Uhr
P+P Pöllath + Partners Berlin
Potsdamer Platz 5, 10785 Berlin, 16. Etage

Der Nahe Osten ist in Aufruhr, viele Menschen haben im israelisch-palästinensischen Konflikt ihr Leben verloren, zurück bleiben Angehörige in tiefer Verzweiflung.
Welche Hoffnung kann bei einer derart verfahrenen Situation noch aufkommen? "Die Lage ist zu verzweifelt, um sie den Verzweifelten zu überlassen" (David Großmann). Im "Parents Circle – Families Forum" (PCFF) haben sich palästinensische und israelische Familien zusammen gefunden, die nahe Familienangehörige, vor allem Kinder, in den gewalttätigen Konflikten verloren haben. Trotz des unsagbaren Schmerzes über den Verlust eines Familienangehörigen sehen sie nur im gegenseitigen Respekt voreinander, im Verständnis füreinander, in Versöhnung statt Rache und Gegengewalt sowie im Dialog einen Weg, nachhaltig Frieden in der Region zu schaffen. Zwei Mitglieder von PCFF werden ihre Vision mit uns teilen, die Hoffnung machen soll auf ein besseres Leben im Nahen Osten.

Zur Organisation und zu den Vortragenden:

The Parents Circle – Families Forum (PCFF)
Im Juli 1994 wurde der 19 jährige israelische Soldat Arik Frankenthal von der Hamas entführt und ermordet. Sein Vater, Yitzhak Frankenthal, bemüht sich seitdem Hinterbliebene beider Seiten des Nahostkonflikts zusammenzubringen. 1995 gründete er mit anderen betroffenen Familien („Bereaved Families") PCFF.
Seitdem arbeiten israelische und palästinensische Familien regelmäßig zusammen: sie gehen in Schulen, veranstalten Kinder-, Jugend- und Erwachsenenseminare, sie treffen Politiker, treten in Medien auf, organisieren öffentliche Veranstaltungen, um den Dialog zu fördern. Den 600 Mitgliedern geht es neben der unverzichtbaren Trauerarbeit auch um den Abbau der kulturellen und historischen Vorurteile auf beiden Seiten, die der gegenseitigen Verständigung im Weg stehen.
PCFF hat zahlreiche internationale Menschenrechtspreise bekommen u.a. 2010 von Kanzlerin Angela Merkel die 'Goldene Medaille für die Verdienste um Versöhnung und Verständigung unter den Völkern'.

Bassam Aramin lebt in Ost-Jerusalem, er ist Vater von sechs Kindern. Mit 17 Jahren warf er eine Handgranate auf eine Gruppe von Israelis, er wurde verhaftet und saß sieben Jahre lang im Gefängnis. Dort sah er einen Film über den Holocaust und lernte so zum ersten Mal den Leidensweg des jüdischen Volkes zu verstehen, der zur Gründung des Staates Israels und zu den anhaltenden Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn führte. Nach seiner Inhaftierung absolvierte er seinen MA über den Holocaust an einer englischen Universität. 2005 war er einer der Mitbegründer der Organisation „Combatants for Peace" (Kämpfer für den Frieden). Dort lernte er auch Rami Elhanan kennen. Nachdem er seine 10 Jahre alte Tochter Abir 2007 verloren hatte – sie wurde durch einen israelischen Grenzpolizisten vor ihrer Schule in Anata getötet – wurde er Mitglied der „Bereaved Families" (PCFF).

Rami Elhanan ist ein Jerusalemer Graphikdesigner und Vater von vier Kindern. Im Oktober 1973 war er ein junger Reservist, der sich mitten im Jom Kippur-Krieg befand. Er kämpfte in einer Einheit, die aus 11 Panzern bestand und mit nur drei Panzern aus dem Krieg zurückkehrte. Zehn Jahre später, am Jom Kippur Abend 1983, kam seine Tochter Smadar zur Welt. 1997, wiederum ein paar Tage vor Jom Kippur, töteten zwei palästinensische Selbstmordattentäter mit einer Bombe fünf Menschen, darunter seine 14 jährige Tochter Smadar, die mit Freunden zum Einkaufen gegangen war. Kurz darauf trat Rami ebenso wie Bassam den „Bereaved Families" (PCFF) bei.

Wenn Sie an teilnehmen wollen, finden Sie anbei ein Anmeldeformular, das Sie bitte ausgefüllt an Janet.Bornkessel@pplaw.com" per E-Mail schicken oder an unsere Berliner Fax-Nr. +49 (30) 253 53 999.

Über Ihre Teilnahme würden wir uns freuen!