20. Berliner Abendgespräch: "Verführbar, wenn die Perspektive fehlt" – Wenn junge Erwachsene zu islamistischen Gotteskriegern werden.

03. Dezember 2015

Wir laden Sie herzlich zum 20. Berliner Abendgespräch mit Claudia Dantschke, Leiterin der Beratungsstelle HAYAT ('Leben'), ein.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 3. Dezember 2015, um 19:00 Uhr bei P+P Pöllath + Partners, Potsdamer Platz, 10785 Berlin, 16. Etage, statt.

Es spricht Claudia Dantschke zum Thema: "Verführbar, wenn die Perspektive fehlt" – Wenn junge Erwachsene zu islamistischen Gotteskriegern werden.

Seit einigen Jahren hat sich in Deutschland wie auch in anderen westeuropäischen Ländern eine radikale Jugendkultur entwickelt: die Zahl der vermeintlichen Gotteskrieger, die von Deutschland aus in die Krisengebiete Syriens und des Irak aufbrechen, hat sich im Sommer 2015 leicht erhöht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht inzwischen von mehr als 730 Personen aus, die sich radikalen Gruppen in der Region anschließen. Das sympathisierende Umfeld ist in Deutschland aber noch um ein Vielfaches höher.

Die meisten, die von Deutschland in die Krisenregionen ausreisen, sind zwischen 19 und 24 Jahre alt, ein Fünftel von ihnen Frauen. 120 von ihnen sollen bereits umgekommen sein, davon fast 20 durch sogenannte "Märtyreroperationen". Ein Drittel von ihnen soll wieder nach Deutschland zurückgekehrt sein.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) benutzt für ihre politische Propaganda Internetplattformen und soziale Medien, wie Youtube, Facebook und Chatforen wie WhatsApp oder Telegramm, um die Jugendlichen zu erreichen. In Youtube-Videos fordern Salafistenprediger, wie Pierre Vogel und Sven Lau, dazu auf, sich in Deutschland um muslimische Flüchtlinge zu kümmern, um sie langfristig für ihre Ideologie zu rekrutieren. Dies ist für alle, die sich aktiv um die Deradikalisierung junger Erwachsener und um Gewaltprävention bemühen, eine weitere große Herausforderung.

Claudia Dantschke setzt sich für Personen und Familienangehörige, Freunde und Lehrer von Personen ein, die sich salafistisch radikalisieren, sich dem militanten Jihadismus anschließen oder aus gewalttätigen Gruppen aussteigen möchten. Über ihre jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Betroffenen wird Frau Dantschke berichten sowie erläutern, warum sich Jugendliche radikalisieren und warum Ausstieg Opferschutz ist.

Zur Vortragenden: Claudia Dantschke ist eine der bekanntesten und erfahrensten Extremismusexpertinnen Deutschlands. Sie studierte Arabistik an der Universität Leipzig und schloss 1986 ihr Studium als Dolmetscherin und Übersetzerin für Arabisch und Französisch ab. Von 1986 bis 1990 arbeitete sie in der arabischen Redaktion der Nachrichtenagentur ADN der DDR. Seit 1993 ist sie als freie Journalistin für die private deutsch-türkische Fernsehanstalt AYPA-TV in Berlin tätig. Themenschwerpunkte sind Migration, Islam und Islamismus. Seit 2001 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH Berlin. Seit 2011 betreut sie Jugendliche und ihre Familien in der von der ZDK gegründeten Beratungsstelle HAYAT.
Für eine rationale Diskussion über den Islam und Islamismus sowie ihr Engagement für eine demokratische Kultur wurde sie 2010 mit dem Ingeborg-Drewitz-Preis ausgezeichnet.

Über Ihre Teilnahme würden wir uns freuen.

Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 27. November 2015 per Email bei Janet Bornkessel (janet.bornkessel@pplaw.com) oder per Fax an.