Wegschauen ist keine Alternative - Wie 'Sea Watch' Flüchtende im Mittelmeer rettet

12. Mai 2016

im Rahmen des 21. Berliner Abendgespräch

Wir laden Sie herzlich zum 21. Berliner Abendgespräch mit Harald Höppner, Projektleiter Sea-Watch, ein.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 12. Mai 2016, um 19:00 Uhr bei P+P Berlin statt.

Es spricht Harald Höppner zum Thema: "Wegschauen ist keine Alternative – Wie 'Sea-Watch' Flüchtende im Mittelmeer rettet."

Die Mittelmeerrouten zur Festung Europa gelten als die gefährlichsten Fluchtrouten der Welt und haben sich regelrecht zu Todesrouten entwickelt: Die IOM (Internationale Organisation für Migration) beziffert allein für 2015 mehr als 2.800 Tote. Auch aufgrund finanzieller Einbußen nehmen Schlepper jetzt noch weniger Rücksicht auf die Sicherheit der Flüchtenden.
Die Bilder derer, die es nicht schafften, lassen einige nicht los. Nach dem Ende der italienischen Seenotrettungsaktion 'Mare Nostrum' 2014 springen private Seenotrettungsaktivisten in dieses Vakuum. Denn die finanziell schlechter gestellte Nachfolgeorganisation 'Triton' erreicht einerseits nicht den Radius über das gesamte Mittelmeer und hat andererseits unter der Führung von 'Frontex' ein anderes Ziel: Flüchtende von der Überfahrt abzuhalten.

Harald Höppner mit seinem Projekt Sea-Watch ist einer der Aktivisten. Mit dem Boot 'Sea-Watch' und demnächst mit einem zweiten Schiff patrouilliert die Crew seit Mitte 2015 durch das Mittelmeer, um in Seenot geratene Bootsflüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Aufgrund der geringen Aufnahmekapazität der 'Sea-Watch' und um nicht unter den Verdacht „der Beihilfe zur illegalen Einreise" zu geraten, unterstützen die Seenotretter die Flüchtenden zunächst mit medizinischer Erstversorgung, Schwimmwesten, Wasser und Rettungsinseln, bis vorbeifahrende Containerschiffe oder die italienische Marine sich dann um die Rettung der Gestrandeten kümmern.

Zum Vortragenden: Harald Höppner, Unternehmer in Berlin, ist der Gründer von Sea-Watch.
Mit 60.000 Euro erspartem Geld hat er einen 1917 gebauten, alten Fischkutter gekauft und ihn mit einer Spende in der gleichen Höhe zu einem Seenotrettungsschiff für eine 8-Mann-Besatzung umbauen lassen. Sea-Watch verfolgt zwei Hauptziele: Zum einen Menschenleben zu retten und zum anderen Öffentlichkeit für das Schicksal der flüchtenden Menschen herzustellen und damit Druck auf die verantwortlichen Entscheidungsträger auszuüben, indem sie mit den Auswirkungen ihrer Politik an den EU-Außengrenzen konfrontiert werden.
Berühmt wurde Höppner durch seinen Auftritt in einer Sendung von Günther Jauch, als er die Anwesenden zu einer Schweigeminute für die bis zu 900 ertrunkenen Menschen vor Lampedusa im April 2015 aufrief.

Über Ihre Teilnahme würden wir uns freuen.

Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 05. Mai 2016 online unter www.pplaw.com/de/21-berliner-abendgespraech an.

Wenn Sie Bekannte oder Freunde haben, die sich für das Thema und das Berliner Abendgespräch interessieren, sind sie herzlich eingeladen. Bitte teilen Sie Janet Bornkessel (janet.bornkessel@pplaw.com) deren Emailadresse mit. Wir schicken diesen dann gerne die Einladung.

Mit freundlichen Grüßen

 

Amos Veith    Gudrun Birk    Stephan Schade