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Erbschaftsteuerliche Optimierung von Betriebsvermögen – Leitplanken für eine steuerlich effiziente Unternehmensnachfolge

Die steuerliche Übertragung von Unternehmen auf die nächste Generation bleibt eine der anspruchsvollsten Disziplinen der Nachfolgeplanung. In diesem zweiteiligen Aufsatz zeigen die Autoren praxisnah auf, wie Betriebsvermögen erbschaft- und schenkungsteuerlich effizient übertragen werden kann.

Der Beitrag basiert auf einem Vortrag aus der POELLATH Veranstaltungsreihe „Private Clients im Fokus“ und richtet sich an Unternehmerfamilien, Beraterinnen und Berater aus Steuer- und Rechtsberatung sowie an alle, die sich frühzeitig und strukturiert mit der Übertragung von Betriebsvermögen auseinandersetzen müssen.

Teil I: Systematik verstehen – Voraussetzungen der Begünstigung sicher beherrschen

Im ersten Teil erläutern die Autoren verständlich die Systematik der erbschaft- und schenkungsteuerlichen Begünstigung von Betriebsvermögen nach den §§ 13a, 13b, 13c und 28a ErbStG. Im Fokus steht dabei die zentrale Unterscheidung zwischen begünstigtem Betriebsvermögen und (nicht oder nur eingeschränkt begünstigtem) Verwaltungsvermögen.

Anschaulich zeigen die Autoren, warum nicht allein die Eigenschaft als „Betriebsvermögen“ genügt, sondern warum Zusammensetzung, Struktur und Höhe des Vermögens am Übertragungsstichtag entscheidend sind. Ausführlich behandeln sie unter anderem:

  • den Begriff und die Kategorien des Verwaltungsvermögens,
  • die Differenzierung zwischen regulärem und jungem Verwaltungsvermögen,
  • Finanzmittel und junge Finanzmittel,
  • Besonderheiten von Konzernstrukturen (Verbundvermögensaufstellung) sowie
  • die vier maßgeblichen Begünstigungsregime (Regel- und Optionsverschonung, Abschmelzmodell, Verschonungsbedarfsprüfung).

    Teil II: Gestalten statt reagieren – konkrete Optimierungsansätze aus der Praxis

    Darauf aufbauend widmet sich der zweite Teil den konkreten Stellschrauben der erbschaftsteuerlichen Optimierung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Zusammensetzung des Betriebsvermögens vor einer Übertragung sinnvoll beeinflusst werden kann.

Die Autoren zeigen unter anderem:

  • warum die lebzeitige Übertragung regelmäßig der Königsweg ist,
  • wie Verwaltungsvermögen gezielt vermieden oder reduziert werden kann,
  • welche Rolle Unternehmenswert, Schulden und Liquidität spielen,
  • wie mit jungen Finanzmitteln und jungem Verwaltungsvermögen umzugehen ist,
  • warum das anwendbare Begünstigungsregime stets mitzudenken ist
  • und wie durch eine kluge Erwerberstruktur zusätzliche Steuervorteile erzielt werden können.

    Abschließend geben Duplois und Lipp klare Leitplanken für die Praxis an die Hand – von der frühzeitigen Planung über das richtige Timing bis hin zur steuerlichen Nachsorge nach der Übertragung.
in: DER BETRIEB, Heft 11/2026, 09. März 2026, 629-636
in: DER BETRIEB, Heft 12/2026, 16. März 2026, 692-695
Autoren: Dr. Marcel Duplois, Dr. Laurenz Lipp